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Interview

Schneider: „Wir müssen die Fenster aufreißen und gut lüften“

Im Februar 2012 hatte Etienne Schneider die Führung im Forum Royal übernommen und Jeannot Krecké abgelöst. Nun soll der Wirtschaftsminister den Neuanfang der LSAP verkörpern. Eine Hürde hat er bereits genommen. Er genießt das Vertrauen seiner Partei, um als Spitzenkandidat anzutreten. In einem Interview mit dem Luxemburg Wort verlangt der Politiker ein „Umdenken“, um Reformen anzugehen. Dabei will er den Sozialstaat erhalten, das Land wettbewerbsfähiger machen und neue Arbeitsplätze schaffen.

Jean Asselborn hat den Weg für Sie als Spitzenkandidat frei gemacht. Was sagen Sie zu diesem Schritt?
Die Entscheidung von Jean Asselborn verdient hohen Respekt. Wir haben am Donnerstag parteiintern darüber diskutiert, und Jean Asselborn sagte von sich aus, dass er den Weg freimache. Und auch Alex Bodry meinte im Interesse eines Neuanfangs, auf die Spitzenkandidatur zu verzichten. Dem soll man Respekt zollen. Angesicht dieser internen Erklärungen werde ich als Spitzenkandidat antreten.

Sie sollen als Spitzenkandidat der LSAP einen Neuanfang antreiben. Wo wollen Sie Akzente setzen?
Ich werde meine Ideen auf dem Parteikongress kommende Woche darlegen. Es geht im Großen und Ganzen darum, Reformen anzugehen. Bildlich dargestellt müssen wir im Staat das Fenster aufreißen und gut lüften. Das gilt für die Institutionen, aber auch bei den Prozeduren. Wir müssen umdenken, alte Zöpfe abschneiden und das Land modernisieren.

Ein Beispiel?
Das jetzige Modell stammt aus den 80er-Jahren. Das ist überlebt. Wir müssen den Menschen wieder Hoffnung machen, das Land wettbewerbsfähiger machen und neue Arbeitsplätze schaffen, so dass wir den Sozialstaat aufrecht erhalten können. Das Sozialmodell muss unterstützt und ausgebaut, der Sozialdialog neu belebt werden.

Böse Zungen behaupten, Sie hätten nicht genug Erfahrung und nur an wenigen Wahlkämpfen teilgenommen.
Das ist mir egal. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass es bei Jean-Claude Juncker nicht anders war. Und sehen Sie was daraus geworden ist. Ob es nun ein erster, zweiter oder dritter Wahlkampf ist, ist an sich nicht relevant. Natürlich, wenn wir auf eine Erneuerung und einen Neuanfang setzen, kann es dementsprechend nicht sein, dass die betroffene Person bereits zum siebten Mal kandidiert.

Sie vergleichen sich mit Jean-Claude Juncker. Schielen Sie denn auch nach dem Posten des Premierministers?
Selbstverständlich werden wir den Wahlkampf antreten, um zu gewinnen. Das ist denn auch unser erstes Ziel. Wir wollen im Interesse des Landes Reformen realisieren, die bislang nicht durchgeführt wurden oder für die es jedenfalls nicht den nötigen Mut gegeben hat.

(Quelle: Luxemburger Wort)

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