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Kommentar

Verantwortungsbewusstsein bei der LSAP? Fehlanzeige!

Claude Feyereisen Die LSAP will einen Oppositionswahlkampf führen und von der gemeinsamen Vergangenheit mit der CSV nichts mehr wissen. Fast fünf vollständige Legislaturperioden als Juniorpartner der Christlich-Sozialen dürften allerdings schwer zu leugnen sein. Mit ihren Aussagen stellt die LSAP nicht nur die CSV, sondern vor allem sich selbst in Frage. Verantwortungsbewusstsein? Fehlanzeige! In den Augen der Sozialisten offenbar ein Kavaliersdelikt, kommentiert Claude Feyereisen in einem Leitartikel im Luxemburger Wort am Montag.

Nach den Parteikongressen und der dazugehörigen Verabschiedung der jeweiligen Kandidatenlisten scheint sich auch die Politik allmählich in den Urlaub zu verabschieden. Doch die Aussagen der Politiker jener Parteien, die die vorgezogenen Wahlen provoziert haben, einen Neuanfang versprechen und die auf Kontinuität und Stabilität bedachten Christlich-Sozialen aus der Regierung drängen wollen, hallen nach und verlangen nach Aufarbeitung.

Allen voran die LSAP. Einen Oppositionswahlkampf will man führen. Das kündigte der von der eigenen Partei vom nationalen zum regionalen Spitzenkandidaten degradierte Noch-Außen- und Vizepremierminister Jean Asselborn während des Süd-Bezirkskongresses der Sozialisten an.

Die LSAP will, wie es scheint, von der gemeinsamen Vergangenheit mit der CSV nichts mehr wissen. Fast fünf vollständige Legislaturperioden als Juniorpartner der Christlich-Sozialen dürften allerdings schwer zu leugnen sein.

Ein (den Sozialisten wohl weniger willkommener) Nebeneffekt dieses „Oppositionswahlkampfes“ ist der Umstand, dass die LSAP mit ihren Aussagen nicht nur die CSV, sondern vor allem sich selbst in Frage stellt. Verantwortungsbewusstsein? Fehlanzeige! In den Augen der Sozialisten offenbar ein Kavaliersdelikt…

Und dann wäre da noch der nationale LSAP-Spitzenkandidat, Etienne Schneider, der nicht nur Jean Asselborn vom Thron gestoßen hat, sondern es sich anmaßt zu behaupten, er werde nicht wie Jean-Claude Juncker mit 40 Jahren Premierminister werden, sondern mit 42 Jahren. Kecke Sprüche aus dem Mund eines Seiteneinsteigers, der durch den Rücktritt des (gewählten) Wirtschaftsministers Jeannot Krecké quasi über Nacht zu Ministerehren kam.

Wenn Etienne Schneider es also richten und als Ernst zu nehmender Gegner von Jean-Claude Juncker antreten soll, ist es umso unverständlicher, warum die Sozialisten dem kecken Kandidaten mit Lucien Lux ein soziales Gewissen an die Seite stellen. Warum sonst wohl hätte der LSAP-Fraktionschef seinen Wohnsitz von seinem angestammten Wahlbezirk Süden ins Zentrum verlegt?

Innerhalb der LSAP scheint man dem betont liberal auftretenden und in der jüngeren Vergangenheit für seinen Anti-Index-Kurs bekannten Newcomer nur bedingt über den Weg zu trauen.

Als haltlose Wahlkampf-Parolen dürfte auch der jüngst von Etienne Schneider getätigte (indirekte) Vergleich Jean-Claude Junckers mit Wladimir Putin in die Geschichtsbücher der Luxemburger Politik eingehen. Es ist nämlich kaum davon auszugehen, dass Etienne Schneider seinen gestrengen Worten Taten folgen lassen und jene sozialistischen Kandidaten, die bereits zwei oder mehr Legislaturperioden bestritten haben nach erfolgreicher Wahl und der Aussicht auf Regierungsverantwortung nach Hause schicken wird.

(Quelle: Luxemburger Wort)

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