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Parteipolitik

Wahlkampf auf Facebook und Twitter: Wie gut sind die Parteien vertreten?

Sven WohlKaum standen die Neuwahlen fest, rollte die Wahlkampfmaschinerie an. Das heißt im Jahre 2013 auch eine sofortige Offensive auf den sozialen Netzwerken, doch nicht jeder ist fit. Unter dem Strich sind die Piraten am besten vertreten. Auf Twitter stehen die grossen Partein überraschend schwach da. Vor allem die CSV ist mit Ihrem Twitter-Auftritt sehr spät dran, berichtet Sven Wohl in der Tageszeitung Lëtzebuerger Journal am Donnerstag.

Ein Like ist ein kostbares Gut. Nicht, weil damit die Unterstützung für eine Idee oder eine Partei ausgedrückt wird. Das ist sicherlich auch Teil der Kalkulation der Parteien, die sich auf Facebook wagen, um dort Wahlkampf zu betreiben. Wesentlich wichtiger ist die Tatsache, dass Menschen, die eine Seite liken, diese gleichzeitig abonnieren und die Nachrichten dieser Seite automatisch sehen. Der Like ist die Initialzündung einer jeden Wahlkampagne auf Facebook, denn nur durch ihn kann die Online-Wahlkampagne funktionieren.

Schnellschüsse und Alt-Regenten

Kaum standen die Neuwahlen fest, rollte die Wahlkampfmaschinerie an. Das heißt im Jahre 2013 auch eine sofortige Offensive auf den sozialen Netzwerken. Allen voran machte sich gesponserte Werbung der CSV auf Facebook bemerkbar. Auf Twitter dagegen glänzte die Partei lange durch Abwesenheit. Mittlerweile erreichen sie fast 40 Followers, also Abonnenten. Der Grund: Erst vergangenen Freitag traute sich die Partei auf die Twitter-Bühne. Als zweitletzte Partei des Großherzogtums.

Unter dem Strich sind die Piraten auf den sozialen Medien am besten vertreten. Kein Wunder, spricht die Partei doch eine jüngere Altersgruppe der Digital Natives an. Uberraschend ist, dass sie auf Facebook nicht auf dem ersten Platz liegen. Sowohl die CSV als auch „déi Gréng“ liegen hier noch vorn. Doch es ist auf dem Micro-Blogging-Dienst Twitter, wo die Piraten diese beiden Parteien wieder mit großem Vorsprung schlagen. Hier wirkt es vor allem irritierend, dass die CSV noch keine wirkliche Präsenz zeigt. Die einzige Partei, die auf Facebook, aber nicht auf Twitter präsent ist, ist die frisch gegründete PID von Jean Colombera. Diese konnte dagegen einen erfolgreichen, fast fulminanten Start auf Facebook hinlegen und schlug zahlreiche ältere Parteien.

Kein Starbonus

Merkwürdig wirkt, dass trotz des Social Media-Stars Xavier Bettel die DP noch keine starke Präsenz in den sozialen Medien zeigt. Sowohl bei den Likes als auch bei den Follower liegt die DP aktuell noch zurück. Auch die LSAP steht überraschend schwach da. Die kommunistische Partei und Déi Lénk, sowie die adr, sind auf beiden Medien wenig präsent. Sprünge macht seit kurzem Déi Lénk, mit eine Zuwachs von 40-50 Likes pro Tag. Die Entwicklung zeigt, dass alle Parteien verstärkt Ressourcen, also Zeit oder Geld, in die sozialen Plattfomien investieren. Gesponserte Einträge, die auch bei Nutzern zusehen sind, die noch nicht der Seite folgen, gab es unter anderem sowohl seitens der CSV und von déi Gréng, womit diese natürlich ihre Reichweite drastisch erhöhen konnten. Wer genug in gesponserte Werbung rein steckt, der erhält natürlich auch Likes. Ähnliches gilt natürlich auch wieder für Twitter, wobei die Möglichkeiten begrenzter sind. Zwar können vereinzelte Tweets gesponsert werden, doch es gibt keine Garantie für neue Followers. Retweets, Likes und Interaktionen sind mitunter der beste Weg zu einer wachsenden Leserschaft. Wer seine Plattformen statisch nutzt, also nicht auf Interaktion setzt, kann keine Erfolge dort erzielen. Aktuell ist jedoch bei der luxemburgischen Twitter- Präsenz anzumerken, dass diese allen voran von Unternehmern, Bloggern, Politikern und Journalisten bevölkert ist. Kurz: Das Publikum ist politisch vorgeprägt.

Im Verlauf der Kampagne, die bestimmt spezifische Inhalte schaffen wird, wird sich zeigen, welche Partei wirklich fit ist, um den Wahlkampf auf den sozialen Medien zu gewinnen.

Nachgezogen

„Besser spät als nie“, dachte man sich scheinbar vergangene Woche bei der CSV und wagte sich auf Twitter. Bis dahin waren sie die zweitletzte luxemburgische Partei ohne Twitter-Konto. Das ist natürlich reichlich spät, vor allem wenn man eine gewisse Hebelwirkung in Hinblick auf die Wahlen erzielen möchte. Das Hauptproblem dürfte aktuell sein, dass man natürlich gnadenlos den anderen Parteien hier hinterher tuckert. Effizienter wäre es gewesen, bereits im vergangenen Jahr ein Konto eröffnet zu haben und nach und nach eine Basis organisch aufzubauen. Denn Followers lassen sich auf Twitter nicht einfach so anwerben wie die lieben Likes auf Facebook. Sicherlich kann man die Sichtbarkeit erhöhen, doch was bringen einem Followers aus internationalen Gewässern, wenn der eigene See trocken liegt. Da sind die kleineren Parteien, „déi Gréng“, „déi Lénk“ und natürlich die Piraten den anderen gnadenlos voraus. Es wird spannend werden, wie sehr sich dies auf die eigentlichen Wahlergebnisse auswirkt. Klar ist, dass in dieser Hinsicht die CSV einfach zu spät dran ist und den Vorsprung der anderen so einfach nicht einholen kann. Nicht zu vergessen ist natürlich, dass nur weil jemand einem followt dadurch streng genommen noch kein Mehrwert entsteht. Nein, Mehrwert entsteht allenfalls durch Interaktion und dem effizienten Einsatz der sozialen Netzwerke. Da reicht es nicht, einfach die Communiqués oder die üblichen Updates der Homepage reinzustellen. Dialog sollte bei den sozialen Netzwerken im Zentrum stehen. So wie in der „richtigen“ Politik.

Followers auf Twitter (Stand vom 31.07.2013)
Piratepartei 2250 Followers
Déi Gréng 762 Followers
LSAP 447 Followers
Déi Lénk 384 Followers
ADR 258 Followers
DP 232 Followers
CSV 36 Followers
PID 0 Followers

(Quelle: Lëtzebuerger Journal vom 1.8.2013)

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