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Kommentar

Erzbischof Hollerich kritisiert soziale Ausgrenzung von Portugiesen in Luxemburg

Jean-Claude HollerichViele portugiesische Kinder und Jugendliche erhalten in Luxemburg wegen sprachlicher Barrieren keinen Zugang zu der notwendigen Ausbildung, beklagte der luxemburgische Erzbischof Jean-Claude Hollerich am Montag im portugiesischen Wallfahrtsort Fatima. Nur wenige Portugiesen hätten die doppelte Staatsbürgerschaft, mit dem Resultat, dass ihnen in der jetzigen Wahlkampfperiode keine Rechnung getragen werde. Dieser Tatbestand rücke die portugiesche Gemeinschaft in Luxemburg unweigerlich an den Rand der Gesellschaft.

“Wenn ich die Listen der in den klassischen Lyzeen eingeschriebenen Schüler ansehe, stelle ich fest, dass verhältnismäßig wenig portugiesische Jugendliche darunter sind”, so der Erzbischof in einer ungewohnt scharfen Kritik des luxemburgischen Bildungssystems. In Luxemburg geschehe die Alphabetisierung der Kinder auf deutsch, was den portugiesischen Kindern Probleme mache. Viele dieser jungen Menschen hätten demzufolge später nicht den Zugang zu der ihnen zustehenden Ausbildung. Die Verlierer seien die Einwanderer selbst, aber auch die Gesellschaft und die Wirtschaft. Letztere könnten in der Folge nicht auf die “Intelligenz und die Kreativität” dieser Menschen zurückgreifen.

Im Gespräch mit Contacto, einer in Luxemburg erscheinenden Wochenzeitung in portugiesischer Sprache, sprach sich Erzbischof Hollerich zudem für eine Ausweitung des politischen Mitbestimmungsrechts aus. Persönlich vertrete er die Auffassung, dass auch ausländische Mitbürger, die in Luxemburg leben und arbeiten, an Parlamentswahlen teilnehmen sollten.

Hollerich erläuterte auch seine zuvor geäusserte Kritik am Bildungssystem. Es sei zwar nicht die Absicht des luxemburgischen Bildungswesens, die portugiesischen Schülerinnen und Schüler zu diskriminieren; Tatsache sei indes, dass sie weniger Chancen auf Erfolg in ihrer Ausbildung besäßen.

Als ein Mittel hin zu mehr Chancengleichheit für die Portugiesen sieht der Erzbischof die Vermittlung von Lehrinhalten in französischer Sprache oder auf Portugiesisch. Das Portugiesische stelle in dem Fall auch kein Hindernis für die gesellschaftliche Integration dar, sondern sei der Eingliederung sogar förderlich. „Wir müssen der soziologischen Realität im Land ins Auge sehen und eine Chancengleichheit im Bildungssystem herstellen“, so Hollerich.

Der Erzbischof nimmt an der August-Wallfahrt in Fatima teil, die traditionell immer einer im Ausland lebenden portugiesischen Gemeinschaft gewidmet ist. Dieses Jahr stehen die portugiesischen Auswanderer in Luxemburg im Mittelpunkt.

(Quelle: dn.pt, wort.lu, rtl.lu)

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Erzbischof Hollerich kritisiert soziale Ausgrenzung von Portugiesen in Luxemburg

  1. WTF? also ech sin duerch déi hallef Welt gereest an hun an verschiddenen Länner gewunnt mais déi enzeg Gelegenheet wou ech hun missen erliewen wéi sech sech Äusgrenzung an Rassismus um egenen Leif unfillt wär wann ech als Letzebuerger zu Letzebuerg letzebuergesch geschwaat hun…

    Verfasst von Claude Neukölln | 14.08.2013, 11:38

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